Psychoanalyse des Faschismus von Erich Fromm


Erich Fromm stammte aus einer streng religiösen jüdischen Familie, aus der bereits zahlreiche Rabbiner hervorgegangen waren. Auch er wollte ursprünglich diese Laufbahn einschlagen. In Frankfurt aufgewachsen, studierte er aber dort zunächst Jura, wechselte dann zum Soziologiestudium nach Heidelberg und promovierte dort 1922 bei Alfred Weber über Das jüdische Gesetz. Bis 1925 nahm er außerdem Talmudunterricht bei Rabbi Rabinkow.

1926 heiratete er die Psychoanalytikerin Frieda Reichmann. Ende der 1920er Jahre begann Fromm am Berliner Psychoanalytischen Institut bei einem nichtärztlichen Freud-Schüler, dem Juristen Hanns Sachs, eine Ausbildung zum Psychoanalytiker. In dieser Zeit gaben er und seine Frau ihre orthodox-jüdische Lebensweise auf. Ab 1929 praktizierte Fromm, da er kein Mediziner war, als sogenannter Laienanalytiker in Berlin.

Der Mensch verfügt über Vernunft und Vorstellungsvermögen und diese Eigenschaften machen es ihm unmöglich, eine rein passive Rolle in der Welt einzunehmen. Indem er selbst die Rolle des Schöpfers einnimmt, kann er seine Zufälligkeit und das kreatürliche Dasein überwinden. Wenn er seinem Schaffen mit Fürsorge und Liebe gegenübertritt, gelingt es ihm, sich und seine Umwelt auf diese Weise zu transzendieren.

Auch indem man zum Zerstörer wird, ist es dem Menschen möglich, das eigene Selbst zu transzendieren, doch kann das Zerstören stets nur die mindere Alternative zum Erschaffen sein für Menschen, die zur Transzendierung des Selbst nicht fähig waren. Nur das kreative Schaffen kann zum Glück führen, während Destruktivität Leid in sich birgt, vor allem für den Zerstörer selbst.

Junge Menschen – so könnte man diesen Passus zusammenfassen -, jedenfalls eine
Minderheit junger Menschen in der historisch bestimmten Zeit der 60er Jahre lebte gleichsam
Offenheit zum Sein. Sie war orientiert nicht am Konsum und nicht an der Selbstdarstellung
auf dem Markt von Status und Beziehungen; sie hat sich nicht angestrengt, korrumpiert
und verstellt in unaufrichtiger Anpassung; sie lebte um zu leben, zu erleben, um sich im Erleben
zu erfahren.

Auszüge aus:

http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm

http://www.erich-fromm.de/data/pdf/Classen-Kritische%20Paedagogik.pdf

3 Responses to “Psychoanalyse des Faschismus von Erich Fromm”

  1. 1
    kyLeen Says:

    Wenn man dem Typen zuhört wie er auslegt was bereits bekannt ist über die Nebenwirkungen dieses Systems auf den einzelnen Menschen.. könnte man glatt Angst kriegen und weg laufen.. *g*

  2. 2
    BAMA Says:

    Was für ein kluger Mann!

  3. 3
    Erich Fromm über den faschistischen Aspekt heutiger Bildung und Erziehung | Schul-Kritik.de Says:

    [...] Quelle: Google Video, “Psychoanalyse des Faschismus. Ein Gespräch mit Erich Fromm” [...]

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